, Flückiger Sandro

8. August 2026: Oldtimerrundfahrten mit zwei Trolleybusgenerationen

Im Hinblick auf die in Kürze anstehende Umstellung der Stromversorgung sind die Trolleybusse von vbl-historic noch einmal ausgiebig durch die Stadt Luzern unterwegs gewesen.

Regelmässigen vbl-Fahrgästen ist es vermutlich schon aufgefallen: an verschiedenen Stellen in der Stadt Luzern finden aktuell Fahrleitungsarbeiten statt, um das Trolleybusnetz zu erweitern. Abweichend der bisherigen Trolleybuslinien werden ab Dezember 2026 verschiedene Batterie-Trolleybuslinien durch Luzern verkehren und so auch Orte erreichen, die heute durch Autobusse erschlossen sind. Technisch ist diese Umstellung mit einer Erhöhung der Fahrleitungsspannung von 600 Volt auf 750 Volt verbunden.

Auf den ersten Blick ist dies  eine zeitgemässe Anpassung, die nicht viel mit vbl-historic zu tun hat. Leider bedeutet dies aber für unsere beiden historischen und betriebsfähigen Trolleybusse, dass sie künftig nicht mehr unter Fahrleitung verkehren können, da sie nicht auf so hohe elektrische Spannungen ausgelegt sind.

Aus diesem Grund hat der Verein einen Abschiedstag veranstaltet, an dem die beiden Trolleybusse noch einmal ausgiebig kreuz und quer durch Luzern unterwegs waren und vielen Passanten, aber auch vbl-historic-Mitgliedern sowie Mitarbeitenden der Verkehrsbetriebe Luzern ein Lächeln ins Gesicht gezaubert haben. Der FBW/FFA/MFO-Trolleybus Nr. 25 von 1949 und der NAW/Hess/Siemens BT-25 Nr. 280 von 1989 verkehrten dabei kurz aufeinanderfolgend auf mehreren Rundfahrten ab dem Depot Weinbergli. Von 10 Uhr morgens bis in die Nachmittagsstunden – unterbrochen von einer wohlverdienten Mittagspause – wurden zahlreiche Orte auf dem Trolleybusnetz angefahren und es bestand die Gelegenheit, die Fahrzeuge noch einmal ausführlich zu dokumentieren und das Fahrerlebnis vergangener Tage noch einmal hautnah zu erleben.

Die oben erwähnten Baustellen boten übrigens auch ein spezielles Hindernis für die beiden Oldtimer: Im Bereich des Bahnhofs werden aktuell die Durchmesserperrons für die neuen Linien gebaut, weshalb die Fahrleitungen dort stromlos sind. Während Nr. 280 über einen Benzin-Hilfsmotor verfügt, kann Nr. 25 mit seiner auf 72 Volt umschaltbaren Batterie als «Notfahrt» solche Strecken nur im Schritttempo bewältigen. Entsprechend war etwas Geduld von den Beteiligten sowie anderen Verkehrsteilnehmenden gefordert.

Zahlreiche Fotografen entlang der Strecke sowie in den Fahrzeugen zeigten wieder einmal, wie faszinierend alte Fahrzeugtechnik wirken kann und zusammen mit dem Prachtwetter trugen die angereisten Interessierten zu einem gelungenen Anlass bei. Auch wenn der Abschied von den historischen Trolleybussen auf mehrere Arten schmerzt, gerade weil der Trolleybus seit Jahrzehnten das wichtigste öffentliche Nahverkehrsmittel in der Agglomeration Luzern darstellt.

Ein besonderer Dank gilt wie immer unserem sehr engagierten «Chrampfer-Team», dass auch diese Extrafahrten trotz kurzfristiger Ankündigung und heissen Temperaturen bei der Aufbereitung der Wagen nach längerer Abstellung ermöglicht hat.